Die Hexe von Menzing

W+M: C. Aigner, L. Jordan & MinnePack

Ein Bursche dereinst des Nächtens ging
Zum Kammerfenster der Liebsten hin
Ihr Häuslein, das lag an der Würm im Wald
Den Jüngling, ihn fror, denn es war bitterkalt

Ein Schimmer durchbrach die dunkle Nacht
Aus ihrem Fenster, sie war noch wach
Er lugt hinein und was er dort sah
Sie flocht' einen Strohbund und sang wunderbar:

"Ich schmück' mein Stroh, denn heut' wird sich's zeigen
Wenn ich fliege, höher und höher hinauf
Zu tanzen am Blocksberg den Liebesreigen
Ich flieg' mit meinem Besen auf

Ich fliege
Höher, höher, immer höher
Weiter, weiter, immer weiter
Tiefer, tiefer, immer tiefer
In die schwarze Nacht hinein."

Und als er dort stand, sein Sehnen wurd' mehr
Nach kurzem Zögern klopfte er
Sie küsste ihn zärtlich und zog ihn heran
Er fragte die Liebste, ob er mitkommen kann

Sie nahm seine Hand und führte ihn
Geheimnisvoll lächelnd zum Strohbesen hin
Dort holte die Maid eine Salbe hervor
Bestrich ihre Nasen, dann sie ihn beschwor:

"Ab jetzt mein Geliebter musst Du schweigen
Wenn wir fliegen, höher und höher hinauf
Zu tanzen am Blocksberg den Liebesreigen
Nimm meine Hand, wir steigen auf

Wir fliegen
Höher, höher..."

Doch so wild wurd' der Ritt, dass der Bursche laut schrie
Drauf fiel er zu Boden, verlor'n die Magie
Er rief ihr noch nach, doch sie schaut' nicht zurück
Nur weiter sie flog, entschwand seinem Blick

Er fragte die Leute, wo er denn wär'
Der Weg in die Heimat war lang und schwer
Zwei Wochen und mehr zogen ins Land
Bis endlich der Jüngling nach Hause fand

Er ging zu der Hexe, war wütend wie nie
Noch während er schimpfte, lachte sie
"Nur Du ganz allein bist schuld daran
Die Strafe für den, der nicht hören kann

Ich sagte 'Geliebter, Du musst schweigen
Wenn wir fliegen höher und höher hinauf
Zu tanzen am Blocksberg den Liebesreigen
Du selbst stiegst auf Besen auf!

Du wolltest
Höher, höher..."