(Musik & Text: MinnePack)

Ein König herrschte, fern von hier, im Lande seiner Ahnen.
Sein Leben lebte er dahin, allein in ruhigen Bahnen.
Die ständ'ge Ruhe ging jedoch ihm ziemlich auf die Nerven.
Er fragte sich dann eines Tags: „Wohin den Blick wohl werfen?“
So suchte er die ganze Zeit nach Wegen aus der Öde,
und keinen Einfall gab es dann, der ihm nicht war zu blöde.

„Sollt' ich vielleicht der Frauen viel an meinen Hof bestellen?“
„Oder lieber Hunde doch, die beißen und auch bellen?“
„Ich könnte Gaukler zu mir hol'n, dass jeden Tag auf's Neue,
ich an Possenreißen, Schauspiel, Tanze mich erfreue.“
„Ich sollte teu're Kutschen mir für meinen Hofe kaufen!
Würd' nur noch fahren hin und her und bloß nicht zu viel laufen.“

So war es und so ist es und so wird es immer sein,
die einen zahlen - and're nicht - ins Steuersäckel ein.
Es ist bekannt bei Jung und Alt nah und fern im ganzen Land:
Die meisten Kosten trägt - fürwahr - der liebe Mittelstand.

Er sagt: „Ich hab's, ich bau' ein Schloss, das wäre doch 'was Feines!
Ich brauch' zwar dafür ganz viel Gold, doch sicherlich nicht meines!
Ich hab zwar schon der Schlösser viel, doch würd' mich das nicht stören,
von Schlössern hat man nie genug!“ so war's von ihm zu hören.
Ganz stolz war er auf das, was er zum Schluss im Kopf gesponnen
und war sich damit sicher auch, das Volk ihm wohl gesonnen.

So stieg er dann bald hoch hinauf bis zu des Schlosses Zinnen,
und wollte gleich ganz laut von dort mit seinem Text beginnen.
Erklärte seinen Plan genau, nichts mehr in wirklich reize,
der and're müsse alles zahl'n, nicht er - bei seinem Geize!
Verkündete dem Volk, dass es gezwungen mehr zu geben,
zum Ausgleich aber dafür hat auch weniger zum Leben.

So war es und so ist es und so wird es immer sein,
die einen zahlen - and're nicht - ins Steuersäckel ein.
Es ist bekannt bei Jung und Alt nah und fern im ganzen Land:
Die meisten Kosten trägt - fürwahr - der liebe Mittelstand.

„Ein Schloss muss her, für das es lohnt, dass jeder von euch gebe!
Ein Schloss so wunderschön und groß, in dem dann ich nur lebe.
Bezahlt wird alles wie gewohnt von eurem Gut und Habe,
und wenn mal wirklich nichts mehr geht, kommt noch eine Abgabe.“
Dem Volk das letzte Hemd zu klau'n, war nicht so klug für's Leben,
der König - ein Kopf kürzer – durch's Luftschloss kann nun schweben.

Denn so war es und so ist es und so wird es immer sein,
die einen zahlen - and're nicht - ins Steuersäckel ein.
Es ist bekannt bei Jung und Alt nah und fern im ganzen Land:
Die meisten Kosten trägt - fürwahr - der liebe Mittelstand.