(Musik & Text: MinnePack)

 

Hört gut zu, Ihr lieben Leut', was wir Euch erzählen heut'!
Eine Mär, wie sie im Buche steht, ist dies gewiss nicht, denn es geht
um dunkle Mächte, düst're Wälder, strenge Winter, kalt und kälter.
Gebt gut acht und haltet ein, die Nacht des Raben soll dies sein!

Gebt gut acht und haltet ein!
Die Nacht des Raben soll dies sein!
Gebt gut acht und haltet ein,
denn die Nacht des Raben soll dies sein!

Miriam, so zart und rein, soll unser Lied gewidmet sein.
Welch schrecklich' Schicksal sie gewählt, sei in diesem Stück erzählt.
Es war in jener schwarzen Nacht, als sie sich auf den Weg gemacht,
um die Blume wohl bemüht, die nach der Sage ewig blüht.

Gebt gut acht und haltet ein! ...

Das Mondenblüm'lein, weiß und hell, soll sein ein ew'ger Jugendquell.
Getrieben von der Lebensfreud', hat sie kein einz'ges Jahr gescheut,
in dem sie es hat oft gesucht, und wusste nicht, dass es verflucht.
So traf sie in tiefen Au'n das Blümlein, es zunächst beschau'nd.

 Gebt gut acht und haltet ein! ...

Ihr Messer zückt' sie und sogleich schnitt sie ab das Blümlein bleich.
Da wurd' ihr plötzlich heiß und kalt, verändert ward ihre Gestalt.
Das Mädchen, einst so wunderschön, kein Mensch hat sie je mehr gesehn.
Die ew'ge Jugend hat sie zwar, jedoch als Rabe immerdar.