(Musik & Text: MinnePack)

 

Leise hallen meine Schritte wider von dem kalten Stein.
Dunkelheit umhüllt mich sanft und legt sich über meine Haut.
Vorsicht, dass mich niemand höret oder sieht im Fackelschein!
Muss mich dennoch sputen, da schon bald der neue Morgen graut.

Immer weiter folge ich der Treppe, die zum Keller führt.
Teuer war sein Schlüssel, der heut' Nacht vor meiner Türe lag.
Nicht mehr lange bis die Hand des Liebsten endlich mich berührt,
seine Lippen meine küssen und ich zärtlich zu ihm sag:

Bleib heute hier! Halt mich ganz fest!
Schlaf neben mir, denn da draußen wütet die Pest!

Viel zu lange konnte ich schon nicht mehr bei dem Liebsten sein.
Diese Burg, mein gold'ner Käfig, oft schon hab' ich sie verflucht.
Meines Vaters Order lautet: „Niemand kommt mehr hier hinein!‟,
seit der schwarze Tod das ganze Land herum hat heimgesucht.

Ungeduldig wartend, hoffend, sitz' ich in dem Keller leis'.
Ein geheimer Gang sich öffnet, aus dem Dunkeln tritt hervor:
Mein Geliebter! Ich erschrecke, ist doch sein Gesicht ganz weiß.
Ich umarm' den müden, kalten Leib und bringe flehend vor:

Bleib heute hier! ...‟

Rastlos wandle ich nun durch die Gänge hier im Mondenschein,
schwer mit Schuld beladen des Verrates aus der Liebe Not.
So wurd' ich verflucht für immer einsam und allein zu sein,
denn ich brachte über alle Menschen hier den Schwarzen Tod.

Bleib heute hier! ...